Zwischen Ende September 2007 und Anfang Juni 2008 ist die baufällig gewordene Übersetzstelle für Kanuten und Ruderer in Wellingdorf modernisiert worden. Sie wurde um einen sogenannten Borstenpass erweitert. Dieser dient in erster Linie dazu, ein Passieren der ca. 1,70 m hohen Staustufe, die die Schwentine von der Kieler Förde trennt, für Kanuten und Ruderer zu erleichtern. Aufgrund der starken Nutzung dieser Übersetzstelle wird diese Investition vielen Wassersportlern zu Gute kommen.
Daneben soll der Borstenpass auch Fischen und anderen Kleintieren des Wassers das Passieren der Staustufe bei ihren Wanderungen von der Kieler Förde in die Schwentine und umgekehrt ermöglichen.
Aufbau des Borstenpasses:
Bei einem Borstenpass handelt es sich um eine permanent von Wasser durchströmte Rinne, in der versetzt angeordnete Besenartige Borstenreihen Strömungsverhältnisse schaffen, die sowohl von Kanuten und Ruderern, wie auch von Fischen und anderen Wassertieren auf einfache Weise passiert werden können (siehe Photos unten).
Nutzung durch Kanuten:
Möchte man als Kanute von der Schwentine in die Kieler Förde gelangen, so braucht man nur in den Kanal hineinfahren. Von der Strömung wird man in gleichbleibender Geschwindigkeit nach unten gezogen. Durch die Anordnung der Bürsten wird das Boot in der Mitte der Rinne gehalten. Für geübte Paddler ist das Passieren des Borstenpasses erstaunlich einfach!
Möchte man von der Kieler Förde in die Schwentine wechseln, so muss man am Bootssteg aussteigen und den Höhenunterschied auf dem Steg überwinden. Aber auch diese Passage ist bequemer als bei der alten Übersetzstelle, da man nun das Boot nicht mehr tragen muss, sondern es an einer Bugleine die Rinne hochziehen kann. Dies wird z. B. für Kanuten, die allein mit viel Gepäck unterwegs sind, von sehr großem Nutzen sein.
Nachdem mit den neuen Übersetzstellen im oberen Verlauf der Schwentine ziemlich schlechte Erfahrungen gemacht wurden (von schwierigen Verhältnissen für Kanuten, über Unpassierbarkeit für Ruderer bis hin zu einer erhöhten Unfallgefahr), wurde von vielen Kanuten damit gerechnet, dass in Wellingdorf ebenfalls nur eine "suboptimale" Lösung gefunden würde. Nachdem wir die neue Übersetzstelle aber nun einige male passiert haben, sind wir sehr erleichtert, eine gut durchdachte Übersetzstelle vorzufinden. Es lohnt sich anscheinend doch, miteinander zu reden.
Links:
- Pressemitteilung der Stadt Kiel
Weitere Infos:
- "Stand der Technik bei Borsten-Fischpässen und Fisch-Kanu-Pässen" [Universität Kassel]
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Aus den Kieler Nachrichten vom 7. Juni 2008.
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Mit freundlicher Genehmigung des Autors.
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Thomas Driller