Eine Kajaktour in Schweden mit 5 Lektionen
15 Boote, 15 Individuen, 150 Wolken, kein Sonnenstrahl – so in etwa gestaltete sich der Morgen unserer Abfahrt aus Bengtsfors. Nicht zu vergessen sind natürlich die 10 Zelte, 15 Schlafsäcke, mind. 60 Liter Getränke, 100 kg Essen, diverse Kleidungsstücke und, und, und, die eigentlich nicht wirklich in die Boote passen wollten!!!. Egal, irgendwie klappte es, alle paddelten los und drei Minuten lang ging alles gut, dann hatten wir unsere
1. Lektion für diesen Urlaub gelernt: Steine zu umpaddeln ist besser als Steine zu überfahren ☺!
Am nächsten Tag folgten Lektion 2, 3 und 4!
Lektion 2: Beim schleusen sollten die Boote möglichst nicht an den Schleusenwänden verkantet werden (allerdings hätten wir im nachhinein auch eine Menge weniger zu lachen gehabt ...) ☺!
Lektion 3: Nachtspaziergänge auf ungewohntem Terrain, baden im Schlafanzug und paddeln im dunkeln sind doch nicht wirklich toll und
Lektion 4: Dachse lassen sich in der Nacht nur durch Lärm, nicht aber durch Licht aus dem Vorzelt entfernen ...!
Es ging weiter: Regen ist doof beim Zeltabbau, Regen ist doof beim ins Boot einsteigen, Starkregen beim paddeln ist doof, Gewitter ist bei alldem noch viel doofer!
Ach und die Schleusenlektion lässt sich übrigens noch erweitern: Ändern sich die Strömungsverhältnisse, kann ein Boot auch unter Wasser gedrückt werden (und die Regenjacke über der Spritzdecke getragen ist dabei von großem Vorteil ☺).
Wir hatten auch mal Sonne: Zuerst nur eine Stunde lang – eine ganze Mittagspause lang durften wir unsere diversen nassen Kleidungsstücke trocknen, bevor wir zum nächsten Nachtplatz fuhren und Lektion 5 lernten: In Schweden kann es aus heiterem, himmelblauen Himmel anfangen zu gewittern.
Wir kennen jetzt auch den Platz, an dem das morgendliche baden mit Bibern möglich ist. Wir kennen rote Rutschen, die auch im Regen leuchten, wissen, dass Hanuta auch im Regen schmeckt (☺) und sind perfekt darin, die allerschönsten Steinplatten für die Mittagspause (auf die Minute pünktlich!!!) zu finden.
Viel gelacht haben wir über unseren berockten Teilnehmer während unserer Mülltourismus-Tour und in dem Zusammenhang den Schweden, der in seinem Auto lieber schnell Gas gab als er uns entdeckte.
Wir wissen jetzt, welche Internetseiten uns das beste Wetter anzeigen und auch, dass aus Laufkilometern beim Joggen in Schweden schnell mal 50 % mehr werden.
Es war eine tolle Tour, wir haben viel Spaß gehabt, in der Bilanz mehr gutes als schlechtes Wetter und es gibt noch viel zu berichten, zum Beispiel über Zeckenbisse, (Geldschein-)Blüten, Wespenstiche, Fischotter, Prachttaucher, nasse Kleidung (viel, viel nasse Kleidung), Regen durchlässige Zelte, rutschige Steine usw.
Wer dazu allerdings die Details wissen möchte, der sollte die Teilnehmer befragen.
Sandra
Weitere Fotos sind unter Fotos Wandersport zu finden.