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Corralejo Strand -Insel Lobos (Fuerteventura)

Vom Kentern auf der Paddeltour „Corralejo Strand -Insel Lobos“, und von der Wichtigkeit unseres Sicherheitstrainings

 

Susanne und ich hatten in unserem Herbsturlaub auf der kanarischen Insel Fuerteventura an einer geführten Kajaktour von Corralejo Strand zur gegenüberliegenden Insel Lobos teilgenommen, die als ungefährlich, und für Anfänger ohne Vorkenntnisse geeignet, angeboten wird. Corralejo liegt im Norden der Insel. Gegenüber befinden sich die 2 Inseln Lanzarote und Lobos. Die Entfernung zur Insel Lobos beträgt ungefähr 4,5 km und führt zwischen Riffs hindurch. Wir beide bekamen richtige Einer-Seekajaks (vom Typ Laser), die anderen beiden Teilnehmer ( 2 Engländer ), sowie der Scout fuhren offene, relativ breite Touristenboote, der Scout in einem Einer, die beiden Engländer in einem 2er. Diese Boote haben eine Art Kiel, wodurch sie bei ruhiger See sehr sicher zu fahren sind, zumal sie auch einen Wasserablauf haben und man bei ihnen nicht im, sondern auf dem Boot sitzt. Trotzdem sind sie nicht 100%tig gegen Kentern gefeit, sofern ein Brecher von der Seite kommt, wie sich auf der Rückfahrt herausstellte. Was war passiert ? Schon beim Einsteigen am Corralejo Strand fiel uns beiden auf, das keines der Paddel, auch nicht das vom Scout, mit einer Leine gesichert waren. Die Sicherheitsmaßnahmen bestanden nur aus Schwimmwesten und eine Pumpe für die beiden Seekajaks.



Auf der Rückfahrt hatten wir leichten Rückenwind. Unser Scout paddelte vorweg, gefolgt von Susanne und mir. Die beiden Engländer im 2er blieben immer weiter zurück. Sie hatten offensichtlich Probleme mit den recht langgezogenen Wellen die von der Steuerbordseite kamen und sich in regelmäßigen Abständen immer größer aufbauten, bis sie dann zwischen den Riffs zusammenbrachen. Genau von einer dieser großen zusammenbrechenden Welle wurden die beiden getroffen und sie kippten um. Als ich dies sah, drehte ich gleich mein Kajak und paddelte zu ihnen hin, um Hilfestellung zu leisten. Unser Scout tat natürlich das Gleiche, war aber weiter weg. Der eine PV war bei dem Boot geblieben, konnte es wieder drehen und aufsteigen, der andere aber war weiter weg, war in Panik und schrie um Hilfe. Ich fuhr zu ihm hin. Kaum hatte ich ihn erreicht, rief er thank you, thank you und klammerte sich seitlich an mein Boot, wodurch er mich natürlich auch zum Kentern brachte, und schwupp waren wir beide im 20°C warmen Wasser. In dieser Situation waren für mich unsere Ausstiegsübungen in der Schwimmhalle äußerst hilfreich. Inzwischen war unser Scout bei uns angkommen. Ich versuchte ihm klarzumachen, das er sich erstmal um den Engländer kümmern solle, der immer noch Panik hatte und sich an mein gekentertes Kajak klammerte, was er sofort tat, währenddessen versuchte ich mein langsam davontreibendes Paddel schwimmend wieder einzufangen, was mir auch gelang. Nun mußte ich ja wieder in mein Boot einsteigen. Und nun kommst. Wie wir es beim Rettungstraining gelernt hatten versuchte ich mein Kajak in die richtige Position zum T-Lenzen zu bringen. Der Spanier verstand aber gar nicht was ich vorhatte, stattdessen half er nur das Boot zu drehen und warf eine Leine auf mein Boot, in die ich mich auch noch verhedderte, vermutlich um mich abzuschleppen. Also war mir klar, das Entleeren wird so nichts. Ich brachte das Boot dann in die Lage für den V-Einstieg, machte dem Scout verständlich das Boot zu stabilisieren und stieg schnell wieder ein. Kaum war ich im Boot fuhr der Spanier auch schon weiter. Zum Glück war die einzige Pumpe in meinem Boot. Ich ließ die anderen erstmal weiter paddeln, fing an mein Kajak leer zu pumpen und paddelte den anderen anschließend hinterher. Am Strand angekommen, war der Engländer immer noch in Panik, während das Ganze für mich eigentlich nur ein bisschen Abenteuer und Spaß war. Auf Grund unseres Kenter-und Rettungstrainings wußte ich immer was zu tun war und hatte in keinem Moment Angst oder Panik, zumal das Wasser auch sehr warm war und Susanne in der Nähe war. Sie wäre mir und den anderen zu Hilfe gekommen wenn es notwendig gewesen wäre, was sie mir am Strand hinterher auch sagte, denn sie hat das gleiche Training absolviert.
Resümee
Mein Fehler war es einem in Panik geratenen Pechvogels mit dem Kajak zu nahe zu kommen wenn der nicht weiß wo er sich festhalten soll; am Bug oder Heck, aber nie seitlich !
Susanne und ich hatten gemerkt, wie wichtig unsere Kenter-und Rettungsübungen in der Schwimmhalle sind, und anscheinend so nebensächliche Dinge wie die Paddelsicherung plötzlich wichtig werden können, denn wenn die Paddel gesichert gewesen waren, wäre das ganze etwas entspannter verlaufen.
Auch auf so kleine Dinge wie Brillensicherung muß man achten. Ich hatte natürlich mein Brillenband von Fielman nicht dabei, und hatte meine teure Gleitsichtbrille deshalb vor der Tour einfach mit einem Schnürsenkel zusätzlich am Kopf festgebunden. Beim Kentern blieb sie deshalb am Kopf. Der einzige Materialverlust bei dieser Tour war die Sonnenbrille des Engländers.
Trotz dieses kleinen, aus meiner Sicht harmlosen Zwischenfalls, hatten wir einen wunderschönen Tag und ein tolles Erlebnis.

 

Heiko


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