Kanu in Klausdorf  > JugendSchwedentour 2011 >  
Schwedentour 2011

Alle Jahre wieder...

Wie jedes Jahr ging es auch dieses Mal wieder gemeinsam in den Sommer-Urlaub. Doch nachdem der Sommer dann so verregnet war und wir am Samstag den 23. Juli bei Regen und Sturm aufbrachen, war Ernüchterung eingekehrt. Wir setzten alles auf eine Karte und fuhren doch los in Richtung Fehmarn-Sund-Brücke. Mit viel Talent schafften wir es auf die Fähre und durften eine Schaukelpartie aller erster Klasse genießen. So wackelig war es wirklich noch nie, was unsere Erwartungen nicht verbessern konnte. Nach Ankunft in Helsingborg und zweiter Fährfahrt mussten wir allerdings überrascht feststellen, dass in Schweden doch tatsächlich halbwegs GUTES Wetter war! Das war doch schonmal Glück - apropos Glück - das sollten wir später auch noch des Öfteren brauchen. Nach ewiger Fahrt, bei der Ankunft in Lennartsfors, schien sogar die Sonne. Jan Ole, Marc und ich begaben uns dann auf nächtliche Erlebnisfahrt, um - einerseits ein Auto ans andere Ende des Sees zu bringen und andererseits - um die bekannten schwedischen Elchtests einmal wirklich unter realen Bedingungen auszuprobieren. Ein Spruch am Rande: "JAN OLE GIB GAS!!!". Wie könnte ein Urlaub bei uns auch langweilig werden...

 

Am nächsten Morgen ließ die nächste Überraschung natürlich nicht lange auf sich warten. Wie sollte es anders sein - es regnete. Das fing ja gut an. Da wir uns entschieden trotzdem loszufahren von unserem "langweiligen" Campingplatz, war nach ganzen 5km auch schon wieder Schluss. Völlig durchnässt bauten wir im Regen unsere Zelte auf und dachten schon ans Nach-Hause-Fahren. Riesige Wäscheleinen wurden gespannt, ein "Bieberbau" konstruiert und am nächsten Morgen gleich ein Feuer entzündet, damit wir auch nur irgendwas von all dem nassen Zeug trocknen konnten. Am Nachmittag beschäftigten wir uns dann damit, ein Floß zu bauen, um unsere Insel-Nachbarn besuchen zu fahren, und eine Reuse auszuwerfen, von der wir hofften, dass sie uns ein exquisites Abendmahl (bestehend aus Krebsen und Hummern) bescherte. Doch leider hatten unsere 2 Angelprofis kein Glück. ;) Auf der benachbarten Insel, einem Anlegeplatz für Motorboote, sorgte ein installiertes Sprungbrett für große Begeisterung. Man merkt, das Wetter wurde ein wenig besser.

 

Am Morgen des 4. Tages (Dienstag) hieß es dann "Leinen los" und wir packten alles zusammen. Noch während wir die Boote beluden kam doch tatsächlich die Sonne raus. Von all der Strahlung wie benommen, sah man die ersten Oberkörperfrei fahren. Es konnte also losgehen: Ein wenig Sonne und endlich auf dem Wasser. Vorbei an "KK-Island" ging es nun Richtung Norden in einen Arm des Sees hinein. Wir fuhren und fuhren, doch unsere alte Erfahrung zeigte sich einmal mehr. Es war voll von Touristen! Immer das Gleiche! Dutzende Mietboote deutscher Urlauber kamen uns entgegen und auch die Zeltplätze waren voll besetzt. Nach 10km und etlichen belegten Waldplätzen, war dann klar: "wir müssen zurück". In mittlerweile auf den Nacken knallender Sonne machten wir uns auf den Weg zurück zu unserem ersten Zeltplatz, der auf jeden Fall, aufgrund der Größe, frei sein musste.

Endlich kamen wir völlig fertig, nach kilometerlangem Paddeln in brütender Hitze, auf unserem alten Platz an und wir hatten Recht - er war frei - bis auf ein paar witzige Deutsche, die offensichtlich Schweden und Mallorca verwechselt hatten und mit mehreren Fässern Bier angereist waren. Nach dieser Gewaltfahrt entschieden wir uns am folgenden Tag eine Pause einzulegen und sogar das Wetter war unserer Meinung.

Wir hatten einen schönen "Strandtag" nur ohne Strand, aber dafür mit genau so viel Sonne und Baden. Chef-de-Cusine Finn S. verwöhnte uns dann noch mit einer Kreation aus angeröstetem Toast an Knoblauchpulver - große Küche! Abends gab es dann noch ein Live-Konzert auf der gegenüber liegenden Motorboot-Insel, an der viele Boote über Tag angelegt hatten. Mit Gitarre und Banjo wurden wir musikalisch unterhalten und wir waren schon ein wenig neidisch, nicht auf der elitären Bacardi-Insel sein zu dürfen.

 

Da in der näheren Umgebung keinerlei weitere Plätze oder Sehenswürdigkeiten waren, entschieden wir uns am 6. Tag dazu eine Tagestour nach Töcksfors zu unternehmen, um uns mit schwedischen Leckereien zu versorgen. Dort angekommen strandeten wir gleich im ersten Einkaufszentrum und machten die heimische Burger-Kette unsicher. Nach einer kleinen Kochshow von Jan im Supermarkt, ging es dann auch zeitig wieder zurück zum Wasser. Der Weg war weit und "zu Hause" wartete schon die nächste Überraschung.

 

Verrückte Holländer JONGE!

 

Zu Gast auf der Insel war eine holländische Jugendfreizeit, die (wie wir) Paddel-Urlaub machten, doch leider mit allzu harter Hand geführt wurden. Nachdem wir uns mit den Jugendlichen in unserem Lager unterhalten hatten und sie einluden nach dem Essen, sich mit uns ans Lagerfeuer zu setzen, mussten sie und wir feststellen, dass ihr Gruppenleiter davon nicht ganz so begeistert war. Einer der Holländer (natürlich der Verrückteste unter ihnen) kam überraschend dann aber doch dazu und quatschte mit uns bis tief in die Nacht: halb deutsch, halb holländisch und wenn gar nichts ging englisch. Wir beschlossen, dass er uns am Morgen wecken sollte, damit wir ihnen zum Abschied wenigstens winken können, da sie um 9 aufbrechen wollten.

 

Nach ein paar Stunden Schlaf dann das Wecken. Der 7. Tag brach an. Wir wurden alle durch ein plötzliches Wackeln des Zeltes aus dem Schlaf gerissen. Die Angst es könnte ein Sturm sein, stellte sich schnell ein, als wir holländisches Gebrabbel hörten. Sofort sprangen wir aus den Schlafsäcken und machten uns fertig zum Winken. Nachdem Nico dann zwei Mal - ich betone 2x - seine Nudeln neukochte, um sie erneut runter zu schmeißen, war es endlich soweit.

Kameradschaftlich winkten wir unseren holländischen Freunden und alle wurden ganz sentimental - um es mit einem modernen deutschen Dichter zu sagen: Der Druck stieg. Diese Melancholie konnte nur noch durch jede Menge Unsinn verdrängt werden. Es roch gerade zu nach Umweltverschmutzung.

Am Abend wurde dann noch eine kleine Nachtfahrt organisiert. Einige Boote wurden fachmännisch mit Positionslichtern in Form von Knicklichtern dekoriert und zu Wasser gelassen. Die Nicht-Mitfahrer beobachteten das Spektakel in Schlafsäcke gehüllt auf Felsen sitzend. Der ein oder andere fand es dort dann so gemütlich, dass er sich dort häuslich niederließ.

 

Am gemütlichen Morgen des Samstag waren dann alle wieder zum Frühstück im Lager vereint und die ersten Sachen wurden gepackt. Es ging wieder Richtung Lennartsfors. Nach freiwilliger Müllsammel-Aktion von Jan Ole brachen wir auf. Mit vollgepackten Booten gen Heimat, doch vorerst hielt uns eine gehisste Deutschland-Flagge am anderen Insel-Ende im Bann. Zelte waren nicht in der Nähe und wir fragten uns "Wo sind denn all die Leute?" Aber Deutschland spielte ja an dem Tag gar nicht.

Nach Ankunft am Ausgangs-Campingplatz und ausgiebigem Volleyball-Match, indem tatsächlich die Maschinen verloren, machten wir dann zum letzten Mal zusammen Essen und genossen noch einmal die letzten Stunden, denn am nächsten morgen ging es wieder ab nach Hause. Allerdings wurden wir, trotz des Versuchs früh schlafen zu gehen, von den sonst so lieben Nachbarkindern wachgehalten. Die Situation wurde dann pädagogisch geklärt, indem Malte klar machte, wer hier an den Schrauben dreht.

 

Der Sonntag begann früh und noch halb schlafend verpackten wir alles sicher in die Booten und Autos. Es ging wieder nach Hause - schade.

Nach wie immer langer Autofahrt und einem kleinen Chacka-Chack im Bord-Kiosk von Helsingborg nach Helsingör, dauerte es dann auch nicht mehr so lange und wir waren nachmittags wieder in Klausdorf am Kanuheim.

Ich glaube wir haben selten so einen sonnigen Urlaub gehabt in Schweden.

Schön war's - wirklich schön.

 

Sandro











Wir sind Mitglied im Deutschen Kanuverband und im Landeskanuverband Schleswig-Holstein.
© 2006 Turn- und Sportverein Klausdorf von 1916 e. V. Aubrook 2, 24222 Schwentinental
Zugang für Redakteure